Urlaub mal ganz anders
Schon lange vorgenommen, ging es im Juli 2010 kurzfristig los: eine Tour im Planwagen, mit unseren beiden Pferden und Hund Lea. Das Wetter war top und so waren wir selbst gespannt, wie die Tour ablaufen wird.
Während Reitwege mittlerweile in erheblichem Umfang ausgewiesen sind, mussten wir mit dem Planwagen doch größere Abschnitte auf der Straße einplanen.
Als passionierte Camper waren wir mit unserem rollenden Quartier überaus zufrieden. Im Gegensatz zu unseren Wanderreiter-Kollegen hatten wir doch noch genügend Platz für ein bisschen "Luxus": Tisch und Stühle, Kocher, Verpflegung für uns und die Tiere und Sachen für jedes Wetter.
Mittagsrast mit Nudeln und Tomatensoße. Laura und Lena waren noch zu aufgeregt zum Fressen.
Erstes Quartier bei
Andrea Seidel, die Wanderreittouren organisiert und selbst mit ihren Gästen schon oft bei uns Quartier genommen hat. Bis dahin war es mit 7 Std. schon ganz schön hart für die Pferde, besonders weil es oft bergauf und bergab ging.
Nächste Station war direkt an der Elbe, neben dem "Western Inn". Eigentlich total idyllisch, ruhig, erholsam - richtig schön.
Bis Meißen ging es auf der B6 und dann über die alte Elbbrücke. Die grüne Welle haben wir nicht geschafft, dafür war der Ausblick auf die Sehenswürdigkeiten eigentlich auch zu schön.
Der Verkehr sollte später noch stärker werden. Während hier nur 3 Spuren auf der Kreuzung waren, standen wir später in Dresden bei Rot an der Königsbrücker Straße, 6 Spuren in jede Richtung, mit Straßenbahnen, LKW und dröhnenden Motorrädern. Danach hätte ich meinen Pferden am liebsten eine Urkunde übergeben.
In Moritzburg hatten wir Stellplatz und Koppel bei Rosis Reitschule, direkt neben dem Campingplatz.
Nicht schön war, dass in der "pferdefreundlichen Gemeinde" auch auf sehr breiten Wald(reit)wegen an jeder Einfahrt das Fahrverbotsschild angebracht war. So mussten wir von Auer bis Friedewald auf einer Schnellstraße fahren, auf der uns die Autos mit 120 km/h überholt haben.

Der nächste Tag sollte der härteste werden. Hitze bis 30 °C, fast 40 km Strecke, durch Dresden und noch keinen Plan, wie wir durch die Dresdner Heide kommen. Zum Glück stand gleich neben der Einfahrt in den Wald das Forstamt. Der Förster wusste gar nicht gleich, was er machen sollte, als ich eine Ausnahmegenehmigung beantragt habe, die ich auch noch sofort brauchte. Nach 20 min Bearbeitung, 6 Seiten Papier und 10 € Wegemaut konnte es aber weitergehen. Im Wald war es angenehm, auch wenn die Bremsen keine längere Rast zuließen. Dummerweise haben wir uns auch noch verfahren, sodass die Tour erst nach 9 Std. zu Ende war. Hier hatte ich echt Bedenken, dass unsere beiden vor dem Wagen das durchstehen. Aber während sich Lena bei schwerem Zug reinhängt, kann ich mich am Ende der Stecke auf die Ausdauer von Laura verlassen.
Unser Ziel an diesem Abend war in Oberpoyritz mit einem herrlichen Blick elbabwärts auf Dresden. Bis in den späten Abend jagden unsere Pferde auf der Koppel herum, als ob sie 3 Tage im Stall gestanden hätten. Später entdeckten wir die Ursache: fette Junikäfer, die um die Bäume brummten.
Der letzte Tag war nochmal Härtetest. Fast 50 km und von Ost nach West immer bergauf - bergab. Dazu Temperaturen über 30°C, da tropfte der Schweiß nicht, sondern er lief am Bauch runter. Nachmittags halb drei haben wir dann doch abgebrochen und unseren beiden die letzten 12 km und ca. 500 Höhenmeter für diesen Tag erspart.
Am nächsten früh ging es zeitig los und so haben wir die letzte Strecke bis Mittag geschafft.
Gestaunt haben nicht nur wir, dass man die fast 200 km unseren Pferden überhaupt nicht ansah. Auch wenn wir ab und zu etwas aufgeregt waren, haben wir uns schön erholt und viele Erfahrungen und Erlebnisse gesammelt.
Mal sehen, nächstes Jahr geht es dann vielleicht südwärts, Richtung Prag.