Pferde einfahren
"... Pferde durchgegangen ... Wagen umgestürzt ... Verletzte ..."
Immer wieder liefern Unfälle mit Pferdegespannen Schlagzeilen, über die alle Welt spricht. Wenn ich dann in Foren lese, wie locker über das ganz liebe Pferd vor dem Rodelschlitten diskutiert wird, und dass das ganz einfach ging, dem das Ziehen beizubringen, komme ich schon ins Grübeln. Die vielen Pferde, die nicht ziehen, sprechen ja doch eine andere Sprache. Nur spricht oder schreibt man über diese vergeblichen Versuche, bei dem das Pferd erheblich und oft dauerhaft "versaut" wurde, meist nicht.
Unsere alten Bauern staunen oft über meine Mühe mit jungen Pferden. Das ging doch früher von ganz allein. Das stimmt auch, doch gingen die Gespanne damals oft den ganzen Tag vor dem Wender, der Haumaschine oder dem Pflug, junge Pferde liefen angebunden stundenlang nebenher. Das Geschirr und was hinten drangehängt wurde, war dann wirklich kein Problem mehr.
Gezüchtet wurden damals Gebrauchspferde und keine Sportraketen. Wer die Vererber unserer schweren Warmblüter zur Moritzburger Hengstparade erlebt, der ist vor Begeisterung oft sprachlos. Aber wenn diese Kraftpakete ansetzen, ist ein Marathonwagen nur noch Spielzeug.
Als kleiner Junge bin ich jede freie Minute mit dem Bauern und seinen Pferden unterwegs gewesen. Mit 14 Jahren ist mir ein Gespann mit dem Heuwender durchgegangen, das hätte damals mein Ende sein können. Mittlerweile habe ich unzählige Pferde eingefahren, vom Shetty bis zum Friesen. Meine Pferde gehen vor dem Heuwender, dem Kremser und der Victoria, zum Hindernisfahren auf kleinen Turnieren und rücken im Wald Holz. Für mich gibt es das Fahrpferd genauso wenig wie das Dressurpferd oder das Springpferd. Deswegen sehe ich es auch oft ein wenig kritisch, wie auf der anderen Seite Pferde professionell eingefahren werden. Da erhalten dann Anfänger eingefahrene Pferde, mit denen sie (ähnlich wie die 13jährige Tochter mit dem M-Dressurcrack) überfordert und lange Zeit auf professionelle (und teure) Hilfe angewiesen sind, oder den Spaß beizeiten aufgeben. Wichtig ist, mehr noch wie beim Reiten, dass beide sicher sind und sich das lernende Pferd an der Ruhe und Gelassenheit seines Chefs orientieren kann. Kaum einer will nur in der geschlossenen Halle fahren aber draußen ist man eben nicht allein. Man muss akzeptieren, dass kaum noch ein Autofahrer weiß, wie ein Pferd "funktioniert". Ich möchte niemandem Angst machen, aber wer einmal ein durchgehendes Gespann gesehen hat, weiß, dass die aber auch gar nichts aufhält.
Mein Fahrlehrgang hat mir viel geholfen, einige Sachen besser zu machen. Die Grundlage, ein Pferd einzufahren kann das aber niemals sein.
Gern gebe ich meine Erfahrungen weiter und biete meine Hilfe an, wenn Ihr Euer Pferd einfahren wollt.
Idealerweise kommt Ihr mit Eurem Pferd her, übt mit einem fertigen Gespann und fahrt gemeinsam mit uns Euren Liebling ein. Je nachdem wie Ihr Zeit habt und wie es klappt übe ich vorher, zwischendurch oder hinterher noch, bis ich Euch auf die Straße lassen kann.
Natürlich komme ich auch bei Euch vorbei, bei Bedarf mit meinem vierbeinigen Trainerkollegen Laura.
Welchen Aufwand ich dafür habe und was das Ganze kosten könnte, müssen wir individuell klären. Eine Pauschale könnte ich nur für einen sozialisiert aufgewachsenen "Rohling" machen, aber hier könntet Ihr natürlich schon allerhand vorarbeiten.
Ruft einfach mal an, ich bin überzeugt, dass es für fast alles eine Lösung gibt.